Das Zisterzienserinnenkloster Gravenhorst wurde bei seiner Gründung 1256 mit Wald ausgestattet: Holz war bis zum Ende des 19. Jahrhunderts universeller Rohstoff zum Bauen, Heizen, Kochen, Brauen. Bergbau, Metallherstellung, Salzgewinnung, Glashütten und der Schiffsbau benötigten große Holzmengen. 1817 war der Teutoburger Wald abgeholzt und »nirgends mit Holz bedeckt«. Wald diente als Weide für das Vieh, Blätter und Nadeln der Bäume als Einstreu im Stall. Wald und Holz waren als Überlebensmittel und Wirtschaftsgut umkämpft. Die Klosterschwestern wurden sogar wegen Holzdiebstahls angeklagt.
In Gravenhorst zeichnete sich das langsame Ende der Holzzeit 1806 ab. Auf dem Gelände der ehemaligen Walkmühle des Klosters entstand eine mit Steinkohlenkoks betriebene Eisenhütte. Die historische Präsentation 2025 zeigt den Gravenhorster Wald nicht als zeitenthobenen Naturraum, sondern als Ergebnis menschlicher Interessen und Nutzungen.
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