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Geschichte hinterm Giebel

Historische Präsentationen im DA

Die kleine, aber feine Reihe der historischen Ausstellungen im DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst zeigt ungewöhnliche Facetten zur spannenden Geschichte des ehemaligen Zisterzienserinnenklosters: Das können Fundstücke aus der Zeit der Ausgrabungen im Zuge des Umbaus zum Kunsthaus sein – anschaulich präsentiert als Vitrinenausstellung im Foyer oder kleinen Saal des DA … Schriftstücke und Dokumente beleuchten die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen durch die Jahrhunderte. Émigrés in Gravenhorst, Flucht übers Nonnenpättken oder Napoleons Machtübernahme in Westfalen: Die historischen Präsentationen erzählen von guten und schlechten Zeiten, von Krieg und Wohlstand, gesellschaftlichen Gepflogenheiten, Wasserbaukunst und Müllerhandwerk – und schlagen immer wieder auch den Bogen in die heutige Zeit.

Geschichte(n) erleben!

21.03. – 12.09. »Kartoffeln, Bohnen, Petersilie.« Gravenhorster Gärten nach 1945

Wer erinnert sich noch an den »Nahrath«-Elektro-Einkocher und was das damals für eine Arbeit war? In der Nachkriegszeit bis hinein in die 1970er Jahre dienten Gärten der Versorgung mit Lebensmitteln. Nach der Ernte wurde konserviert und eingekocht. Als nach 1945 die britische Besatzungsmacht das ehemalige Kloster beanspruchte, verwies der Landrat auf die Familien mit Kindern, denen in Zeiten von Nahrungsmangel »die Nutznießung des Hausgartens genommen« werde. Die Ausstellung widmet sich diesem Thema der Selbstversorgung.
Ausstellungsbegleitend gibt es einen spannenden Rundgang auf YouTube und in Kürze unterhaltsame Hörgeschichten zu den Gravenhorster Gärten…

Im Rahmen der Gravenhorster SAISONALE* 2021 – wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und der Kreissparkasse Steinfurt

22.03. – 20.09.20 »Gravenhorster Gärten«

Bei »Kloster« und »Garten« kommen uns heutzutage zuerst Bilder von Hildegard von Bingen und ihrem Heilkräutergarten in den Sinn. Doch neben diesen spirituellen Dimensionen dienten Gärten zuvörderst als Nutzgärten zur Nahrungsversorgung und waren zentraler Bestandteil der Klosterökonomie. Wirtschaftsgeschichtlich gesehen bildeten sie das Gegenteil zum offenen Feld und wurden mit unterschiedlichen Nutzungszwecken angelegt.

Die 2020er Ausstellung im Rahmen der SAISONALE* ging den Spuren nach, die sich von den Gravenhorster Gärten erhalten haben. Eine Karte weist sieben Gärten aus, einen »Küchengarten«, einen »Baumgarten«, einen »Hopfengarten«. Nördlich der Landstraße nach Ibbenbüren lag ein vierter Garten und südöstlich des Klosters der »Neue Garten«. Der Vikar bewirtschaftete zudem einen eigenen Garten und auch der Müller verfügte über Gartenland. In der Zeitgeschichte kam es zum Konflikt mit der britischen Militärbehörde, als diese die Klostergebäude samt Nutzgärten beschlagnahmen wollte.

Virtueller Rundgang durch die Ausstellung auf Instagram

30.03. – 08.09.19 »Sommerfrische Gravenhorst« | Geschichte hinterm Giebel

»Geschichte hinterm Giebel« drehte sich 2019 um Gravenhorst als Ausflugsziel und Sommerfrische. Auf der Sonnenterrasse des »Café Meyer« mit bunten Sonnenschirmen gab es Maibowle, Limonade und Florentiner mit Kakao. Der Ort profitierte von der Eisenbahn, die 1856 Hörstel an die Schienenverbindung Osnabrück-Rheine anschloss. Ende des 19. Jahrhunderts wollte der Landwirt Holle im Klostergebäude Zimmer vermieten, doch war er mit dieser Idee noch zu früh. Erst langsam setzte in Westfalen der Tourismus ein. Mitte der 1950er Jahre luden das »Café Meyer« oder das »Café Restaurant Gravenhorst« zu einem Ausflug mit Bootsfahrt auf dem Klosterteich ein. 1975 wurde im Zuge der Flurbereinigung die alte Gastwirtschaft »Café Meyer« abgerissen. Der Ort änderte sein beschauliches Gesicht: Es entstand das Hotel »Gravenhorster Hof«.
Für uns heute schwer vorstellbar: Postkarten von der »Restauration G. Zenker« warben um die Jahrhundertwende mit einer besonderen Attraktion: mit dem Kloster und der Friederich-Wilhelms-Eisenhütte, die als ganzer Stolz der Industrialisierung den Himmel mit Qualm verdunkelte.

Historische Präsentationen im DA

2021: Kartoffeln, Bohnen, Petersilie. Gravenhorster Gärten nach 1945 | 2020: »Gravenhorster Gärten« | 2019: »Sommerfrische Gravenhorst« | 2018: 1618 – »Ubell und elendiglich gehalten« | 2017: Émigrés in Gravenhorst | 2016: Das »Nonnenpättken« | 2015: »GLÜCK ZU!« – Die Gravenhorster Klostermühle | 2014: »Zwischen Himmel und Erde« | 2013: Vitrinenausstellung – Eine Fabrik zur Erbauung von Dampfmaschinen | 2012: Aufbruch in die Moderne | 2011: »… daß Ihr wahre Franzosen geworden seyd« – Mit Napoleons Machtübernahme in Westfalen kam das Ende der 555 Jahre währenden Gemeinschaft der Zisterzienserinnen in Gravenhorst | 2010: Alt, schön, fremd? – Archäologische Funde aus Gravenhorst | 2009: Geschichte hinterm Giebel | 2008: Geschichte im Gewölbe

 

DA Geschichte