Projektstipendium 2006
Persönliche Erinnerungen und Geschichten zum Kloster Gravenhorst in einer mehrteiligen, interaktiven Medieninstallation
Im Mittelpunkt von Tom Koesels Projekt „My private Gravenhorst“ steht die Zeit nach der Säkularisierung des Klosters Gravenhorst im Jahre 1818. Seit damals hat das Klostergelände unterschiedlichste Nutzungen erfahren - viele Hörsteler kennen dazu Geschichten oder haben persönliche Erinnerungen. Zusammen mit Schülerinnen der Realschule Hörstel zeichnet der Kölner Installationskünstler diese in Interviews auf und verwandelt das Tonmaterial in eine mehrteilige Sprach- und Schriftinstallation, die das Verhältnis von Geschichte, Gedächtnis, Dialekt/Sprache und deren Rezeption thematisiert. Ausgestattet mit mobilen Audioguides können Besucher das Klostergelände ab dem 17.September 06 (Einweihung beim Kunstfest, siehe S. 10) als akustische Erinnerungslandschaft erfahren. In einer Monitorskulptur werden Textsequenzen aus den Interviews so programmiert, dass ein Textgenerator entsteht, der jeweils neue, zufällige Wortkombinationen erzeugt. Wer am Projekt teilnehmen möchte, kann seine Adresse im Briefkasten am Back-und Brauhaus oder im Projektraum von Tom Koesel im Atelierbereich hinterlassen. Hier können Sie auch bis September das Projekt wachsen sehen oder sich hier für ein Interview verabreden. Interessierte können sich auch unter: 0 54 59-91 46-0 melden. Für Schüler wird von Januar bis März ein Workshop zur Interview- und Schnitttechnik in Kooperation mit der Radiowerkstatt Steinfurt/VHS-Steinfurt durchgeführt.

Im Rahmen des Projektstipendiums KunstKommunikation 2006 sammelte der Kölner Künstler Tom Koesel sieben Monate lang Geschichten zum Kloster Gravenhorst. Im Mittelpunkt des Projekts „My private Gravenhorst“ stand die Zeit nach der Säkularisierung des Klosters Gravenhorst im Jahre 1818. Seit damals hat das Klostergelände unterschiedlichste Nutzungen erfahren - viele Hörsteler kennen dazu Geschichten oder haben persönliche Erinnerungen.
Zusammen mit Schülerinnen der Realschule Hörstel zeichnete der Kölner Installationskünstler diese in Interviews auf und verwandelt das Tonmaterial in eine mehrteilige Sprach- und Schriftinstallation, die das Verhältnis von Geschichte, Gedächtnis, Dialekt/Sprache und deren Rezeption thematisierte. Auf dem Außengelände des ehemaligen Klosters wurden 100 gelbe nummerierte Pylone angebracht, welche die Orte markieren, die mit bestimmten Erinnerungen verknüpft sind. So können BesucherInnen, mit mobilen Audioguides ausgestattet, die erlebten Geschichten als akustische Erinnerungslandschaft erfahren. Es sind Geschichten über eine aufblasbare Kirche, eine flackernde Glühbirne, ein HJ-Lager, Feuersalamander, Champignonzucht, Bullenställe und Reinhard Meys Porsche. Anrührende, mal spannende, mal banale Geschichten, die zumeist kleine alltägliche und familiäre Ereignisse erzählen, in denen sich aber auch gesellschaftspolitische Entwicklungen spiegeln.
Tom Koesel hat in seinem Projekt „My Private Gravenhorst“ ein Stück regionale Geschichtskultur nachhaltig künstlerisch transformiert. Damit wurde eine der wichtigsten Leitideen des Kunsthauses konkretisiert, nämlich Geschichte und Kunst miteinander zu vermitteln. Ab sofort sind die Originalaufnahmen aller gesammelten Geschichten in einer limitierten Sonderausgabe im DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst erhältlich. Die signierte Sonderedition „My Private Gravenhorst“ liegt als Doppel-CD in einer Auflage von 100 Stück vor und ist käuflich zu erwerben.