Nikola Dicke:
Graffiti-Mobil

Ein mit diversen Projektoren ausgerüsteter Bus wird zur mobilen Lichtinstallation. Auf Wunsch interessierter Bürger werden abends oder in der Nacht Fassaden temporär (für wenige Stunden) mit Zeichnungen aus Licht künstlerisch neu gestaltet oder etwa ungeliebte Ecken, Bausünden kaschiert und so zu ephemeren Kunstwerken transformiert.

In dem eingereichten Konzept verbinden sich partizipatorische Projektanteile - in ihrer Funktion „aufsuchende Kunst“ - mit dem Potential der Künstlerin, die den zeichnerischen Prozess vor Ort als spontane künstlerische Äußerung offen legt und so mit hohem Erlebnisfaktor aus dem Bereich Aktionskunst interveniert. Private Eigenheimidylle wird zum öffentlichen (Kunst)Raum. Der zunächst eher private Auftraggeber lädt ein zur Vernissage und wird zum Veranstalter.

Die Jury überzeugte die Idee, dass hier mit einfachsten künstlerischen Mitteln und authentischer künstlerischer Handlung ein innovativer Beitrag zur Erweiterung der Disziplin Zeichnung geleistet wird. Zugleich basiert das Konzept auf historischen Formen der über Land fahrenden Kinos, der Illussionskunst wie etwa der Laterna Magica oder auch der umherreisenden Propaganda(Kunst)züge der 20er Jahre. Nikola Dicke bindet solche tradierten Vorstellungen in ihr Konzept „aufsuchender Kunst“ ein und aktualisiert diese. Die Lichtzeichnungen erschaffen Graffitis als temporäres Ereignis – und lassen die gesprayten Werke mancher Jugendlicher in einem anderen Licht erscheinen.


Hier gibt es die Jury Begründung als pdf Datei zum runterladen.