„Hand und Arbeit, Geste und Abdruck“ von Anette Rose

Die künstlerische Idee basiert auf dem Langzeitprojekt „Enzyklopädie der Handhabungen“, ein Filmprojekt der Künstlerin, das bereits seit einigen Jahren von ihr kontinuierlich verfolgt wird. Die konzeptuelle Arbeitsweise und formale Stringenz, die Einbindung künstlerischen Interesses in einen umfassenden wissenschaftlichen Kontext belegen die hohe künstlerische Qualität. Gegenstand der künstlerisch-wissenschaftlichen Untersuchung sind Hände und typische Handgriffe innerhalb eines Arbeitsprozesses. In der ausschnitthaften Detailansicht werden prägnante Bewegungen zu Gesten. Jenseits der kulturell festgeschriebenen Trennung in Hand- und Kopfarbeit geht es um die vielfältige Verknüpfung zwischen dem Greifen und Begreifen – zwischen Hand, Auge und Wort. Der dokumentarische, höchst sensible Bezug zur Arbeitswelt in der Region erhält im Rahmen des Projektstipendiums die Möglichkeit einer experimentellen Ausweitung. Partizipatorische Anteile in Form dialogischer Auseinander-setzungen mit den Akteuren werden in das vorhandene Arbeitschema integriert. So werden diese Personen zu handelnden und gestaltenden Objekten innerhalb eines künstlerischen Prozesses.

Die Jurybegründung zum Download